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Stand der Dinge
Grünes Licht...(pdf)
aus der Aroser Zeitung vom 1. April 2010
Medienmitteilung Heimatschutz (pdf)
vom 25.3.2010
Leserbriefe
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Gedanken zum Neubau auf dem Weisshorngipfel
Es wurde ruhig um das Projekt auf dem Weisshorngipfel. Nun hat das Bundesgericht mit Auflagen dem Neubau den Weg frei gemacht. Aber wollen wir Aroser und Gäste uns den Gipfel wirklich verbauen lassen?
Gäste und Einheimische werden enttäuscht sein, wenn sie an Stelle der herrlichen Gipfelaussicht vor einem ca. l2 m hohen Gebäude stehen, das ihnen 60% der Aussicht verdeckt. Wer nun den "Rest des Panoramas" geniessen will, kann dies nur tun, indem er das Gebäude umrundet - im Winter bei tiefem Sonnenstand im Schatten.
Muss das wirklich sein? Dort wo man heute mit einer 360 Grad-Drehung das phantastische Panorama geniessen kann, sind Räume für die Infrastruktur geplant, also WC, Keller und Kühlräume mit schönster Aussicht…
Im bestehenden Restaurant hat man eine unvergleichliche Sicht in unsere Aroser Bergmulde. Fast alle Pisten, Wanderwege, Bahnanlagen und Berghütten sind im Blickfeld. Besonders die neu ankommenden Gäste können sich so einen Überblick auf das Aroser Skigebiet verschaffen. Die einmalige Aussicht wird man im neuen Restaurant vermissen, da das vorgelagerte Gelände und die Dächer der Bahn diese stark einschränken.
Durch Überbauung der Gipfelkuppe ist für die beliebten Aussenaktivitäten, wie
Liegestuhlterrasse, Terrassenrestaurant und Gipfelstürmerbar kein Platz mehr vorhanden. Man verspricht zwar, für dieses Angebot Raum zu schaffen. Dies bedingt aber zusätzliche Stützmauern, Erdbewegungen und Materialaufschüttungen.
Dass dieses Aussenangebot beliebt ist, belegen folgende Zahlen an einem Bilderbuchtag im Februar: Das Restaurant ist mässig, die Liegestühle und die Sonnenterrasse aber zu 100% besetzt. Mit den Besuchern der Gipfelbar, oder jenen welche die Aussicht geniessen, sind es 158 Gäste. Ein fehlender Aussenbereich würde also viele Besucher enttäuschen.
Mit einem Neubau am alten Standort kann das Dach begehbar ausgeführt und als bediente Sonnenterrasse genutzt werden. Über einen kurzen Personenlift ab Bahnperron können auch invalide Gäste diese Terrasse besuchen.
Wer wird schon bei strahlendem Sonnenschein in einer geschlossenen Bar auf dem Gipfel sein "Cüpli" hinter dreifach isolierten Scheiben geniessen wollen?
Ähnlich gelagerte Betriebe bestätigen, dass bei schönem Wetter 70-75%
des Umsatzes durch Aussenanlagen erzielt wird. Warum darauf verzichten?
Die Baubewilligung ist mit Auflagen erteilt worden: Das alte Restaurant, mit seinen Betonfundamenten und der Zwischenbau müssten abgebrochen, das Gelände mit grossem Aufwand renaturiert werden. Die dafür vorgesehnen CHF 3oo.ooo.- dürften kaum ausreichen.
Ebenso müssten die WC-Anlagen im Mittelbau, diverse Installationen für die Wasseraufbereitung und ein Warteraum für die talwärts fahrenden Gäste an anderer Stelle neu erstellt werden.
Also warum nicht zurück zum alten Standort mit einem neuen Projekt, das zusammengefasst nur Vorteile aufweist:
• Der Gipfel bleibt als Aussichtspunkt frei, die Gäste können weiterhin das 360 Grad-Panorama ohne störende Bauten geniessen.
• Mit einem attraktiven Panorama-Restaurant würde der Ausblick nach Arosa erhalten bleiben.
• Ein teurer Schrägaufzug für die Versorgung des Restaurants und zusätzliche Infrastrukturbauten würden wegfallen.
• Liegestühle und eine neue, grosse Dachterrasse stehen dem Gast weiterhin zur Verfügung. Dann bliebe der Text auf der ABB-Homepage gültig: "Reservieren Sie sich den höchsten Liegestuhl Arosa's, geniessen Sie die Ruhe und lassen Sie sich verwöhnen!"
Bis heute konnte jedermann auf dem Gipfel das Panorama geniessen. Künftig soll man das im Restaurant tun müssen. Doch das Weisshorn ist nicht irgendein Berg, sondern unser Hausberg und Wahrzeichen: Bei schönem Wetter sind 676 andere Berggipfel sichtbar!
Fazit: Ein neues Restaurant ist auf jeden Fall zu begrüssen, aber am Berg und nicht auf dem Gipfel!
Es freut mich, dass zahlreiche Gäste und Einheimische meine Gedanken teilen und mitunterzeichnen: Werner Flüeler, Herbert Geeser, Francisca und Chris Gredig, Mario Jösler, Erst Lamm, Peter Mannhard, Marcel Meier, Andreas Meisser, Dominic Richard, Ginette und Walter Roth, Reto Schmid, Renzo Semadeni, Patrick Stoffel, Heinz Tagmann und Sylvia Weber….. und viele andere, die sich nicht öffentlich äussern wollen.
Köbi Meisser, Arosa, 28. April 2010
Gipfelprojekt: Auflagen wurden frühzeitig erfüllt
Mit einer sonderbaren Eigeninterpretation des Bundesgerichtsurteils versuchen der Schweizer Heimatschutz und ihr Rechtsvertreter Andrea Bianchi gegenüber der Öffentlichkeit die Notwendigkeit des langjährigen Rechtsstreits vorzutäuschen, wonach das Gipfelprojekt erst mit dem Rekursverfahren die Projektverbesserungen erfahren habe. Sie verkennen die Tatsache, dass die von der Eidgenössischen Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) empfohlenen Auflagen allesamt schon mit der Eingabe des Baugesuchs erfüllt oder in der Bauumsetzung geplant waren.
Der Verwaltungsrat der Arosa Bergbahnen AG verkleinerte nämlich von sich aus Anfang 2007 das ursprünglich vorgesehene Gipfelprojekt. Das redimensionierte Neubauprojekt war demzufolge schon mit der Baueingabe beschlossene Sache und nicht eine Konsequenz aus dem Bundesgerichtsentscheid oder gar eine geforderte Massnahme des Schweizer Heimatschutzes. Trotz seiner exponierten Lage auf dem Gipfel erfüllt der Neubau die geforderte hochstehende architektonische Qualität. Im Gegenteil kommt die ENHK sogar zum Schluss, dass der von der Gegnerschaft immer wieder geforderte Neubau eines Restaurants am bisherigen Standort an der Bergflanke keine taugliche Alternative sei, weil dadurch keineswegs der Eindruck eines wenig belasteten Gipfels entstünde. Den vollständigen Abbruch des bestehenden, an die Seilbahnstation angebauten Bergrestaurants nach vollendetem Neubau auf dem Gipfelplateau, hat die Arosa Bergbahnen AG von Anfang an geplant. Diese Verpflichtung ist darum als Bestandteil in der Baubewilligung vom 22. Juni 2007 enthalten und nicht erst mit dem Bundesgerichtsurteil erfolgt, wie die Beschwerdeführer glaubhaft machen wollen. Die Arosa Bergbahnen AG und die beauftragte Architektin Tilla Theus legen beim Gipfelprojekt grossen Wert auf einen möglichst schonenden Einfluss auf das Landschaftsbild. Selbsterklärend stand für die Bauherrschaft eine Aussenbeleuchtung oder eine augenfällig inszenierende Innenbeleuchtung des Fensterbandes nie zur Diskussion. Und schliesslich ist die auferlegte ökologische Baubegleitung in keiner Art und Weise ein Resultat des Rechtsstreits, sondern eine hinlänglich bekannte Massnahme bei der Mehrheit von BAB-Projekten. In fast allen Fällen wird die ökologische Baubegleitung bereits mit der Ausarbeitung des Bauvorhabens zugezogen. So auch geschehen beim Neubauprojekt auf dem Weisshorngipfel, wo die Arosa Bergbahnen AG den Auftrag an die ökologische Baubegleitung schon im Frühjahr 2007 erteilte.
Bei nüchterner Betrachtung ist der Status quo wie vor drei Jahren erreicht. Das Bundesgericht hat genau das Bauprojekt bewilligt, zu welchem das kantonale Amt für Raumentwicklung Graubünden und die Gemeinden Arosa und Tschiertschen bereits im Juni 2007 grünes Licht erteilt haben.
Arosa Bergbahnen AG, Verwaltungsrat und Geschäftsleitung 9. April 2010
Zum Neubau Weisshorngipfel
Der Gipfel der Geschichte wäre, wenn der Weisshorngipfel
ohne Gipfel wäre …
Nach der Ankunft mit der Bahn strömen die einen
zum rechtsliegenden Ausgang, um möglichst
schnell Richtung Sattel loszufahren. Die anderen
benützen die Rolltreppe zum Gipfel oder benützen
diese nach dem Restaurantbesuch, um die
einmalige Prachtspanoramasicht zu geniessen.
Das soll nun bald vorbei sein. In Zukunft wird
man nach der Ankunft mit der Rolltreppe in eine
zweigeschossige Verteilhalle gelangen und
nach einer «Promenade architecturale», die von
einem Bandfenster begleitet ist, über Rampen
neuerdings jedoch nach reduziertem Bauprojekt
über zwei skischuhfeindliche Treppenläufe auf
die Belle Etage gelangen. Ein windgeschützter,
sonniger Aussenplatz auf der Ebene des Restaurants
besteht nicht mehr. Wie gastfreundlich ist
im Vergleich die bestehende Restaurantanlage.
Besucher, welche die Belle Etage nicht benützen
wollen, können dann auf dem Gipfelplateau das
künftige Gebäude umwandernd die Rundsicht
portionenweise geniessen. Hier, auf dieser Ebene,
wo die alte Gipfelhütte stand, die man schon
vor der Baufreigabe kurzerhand einfach abgerissen
hat, wird in Zukunft ein Vollgeschoss mit Keller-
und Nebenräumen stehen, welche das darüber
liegende voluminöse Restaurantgeschoss
tragen. Angeblich herrschen rund um das künftige
Gebäude grosszügige Platzverhältnisse
gemäss Bericht der Bauherrschaft zum reduzierten
Bauprojekt , wo man im Schutz und Schatten
des verlängerten, künstlich erhöhten Gipfels
vielleicht doch noch eine gegrillte Bratwurst essen
kann, das geplante Gebäude im Rücken oder
eben vor der Nase. Wenn es so dringend wäre,
das bestehende Restaurant zu ersetzen, sollte
man doch dem Berg nicht einen Hut aufsetzen,
sondern im Höhenbereich der Bergstation nach
einer Lösung suchen, welche, wie bis anhin, die
freie Sicht auf Innerarosa und das vorgelagerte
Skigebiet gewährleistet. Ein Gebäude mit begehbarem
Flachdach als erweitertes Gipfelplateau
wäre vorstellbar. Dass das bestehende Restaurant
während der Bauzeit des geplanten Neubaus
weiter betrieben werden kann, ist von Vorteil.
Was aber geschieht mit der alten Anlage? Erweitert
man die Einschnitte im Berg, damit man
die Skifahrer auch in Richtung Carmenna möglichst
schnell am Gipfelrestaurant vorbeiführt?
Aus den zahlreichen Leserbriefen entnimmt man
mehrheitlich verständlicherweise gar keine Begeisterung
für das geplante Bauvorhaben.
Dass nur wenige Einheimische zum geplanten
Bauvorhaben kritisch oder gar ablehnend Stellung
nehmen, ist verständlich. Die ABB ist der
grösste Arbeitgeber am Platz und folglich äussen
sich vor allem unabhängige Arosa-Freunde.
In Anbetracht des grossen Bauvorhabens, welches
man hier realisieren will, muss man annehmen,
dass die Gesellschaft im Geld schwimmt
fährt man jedoch mit dem Sessellift auf das
Brüggerhom, denkt man, die ABB wäre am Verlumpen.
Georg Rudolf,
dipl. Architekt ETH SIA, Zürich, 7. Mai 2010
Weisshorn: Ist daswirklich sooo dringend?
Das Weisshorn, unser Hausberg, ist weitherum
ein bekannter und beliebter Aussichtspunkt.
Für jedermann mit der Seilbahn leicht erreichbar.
Dutzende von Leuten können sich gleichzeitig
auf dem Gipfel aufhalten, ohne sich gegenseitig
auf die Füsse zu treten. Also ein Aussichtsplateau,
auf dem man sich um 360° im
Kreis drehen kann, um rundherum unbehindert
die grossartige Bergwelt zu bewundern.
Das bestehende, nun gut 50-jährige Restaurant,
an die Südflanke des Gipfels angelehnt,
liegt genau am richtigen Ort. In keiner Weise
wird die Rundsicht vom Gipfel beeinträchtigt.
Die Fenster geben den imposanten Tiefblick in
die Tiefe frei über den Grossteil des Aroser Skigebiets.
Im finanziellen Vergleich zu den Kosten
eines teuren Neubaus kann am bestehenden,
heimeligen Bergrestaurant mit viel kleinerem
Kostenaufwand jegliche nötigen und
wünschbaren Verbesserungen und Ergänzungen
vorgenommen werden. Beim Neubau fallen
ja zusätzlich noch die erhebliche Kosten
an, um die Auflagen der Eidg. Natur- und Heimatschutzkommission
(ENHK) zu erfüllen. Kosten
also für den vollständigen Abbruch des bestehenden,
an die Seilbahnstatik angebauten
Bergrestaurants, verbunden mit den Renaturierungsmassnahmen.
Zu all dem muss noch gesagt werden: Der geplante
Standort für das neue Restaurant ist
äusserst schlecht. Nicht nur, weil es die freie
Rundsicht auf dem Gipfel beträchtlich einschränkt.
Nein, weil auch die Aussicht aus dem
Restaurant auf Arosa und das Schanfigg durch
die Platteaukanten verunmöglicht wird. Zudem
ist es ja auch fraglich, ob solch ein modernes
Bauwerk aus Beton und Glas unsere internationale
Gästeschaft in Begeisterung zu setzen
vermag. Solche Prachtsbauten können sie ja
zu Hause in ihren Städten und Agglomerationen
bewundern …
Zum Schluss ein kurzer Rückblick auf unsere
Geschichte: Millionen von Gästen aus dem Inund
Ausland haben in den vergangenen gut 100
Jahren unsere schöne Ferienregion schätzen
und lieben gelernt. Sie kamen und kommen
immer noch wegen unserer herrlichen Natur,
unserer immer noch guten Luft und im Winter
dank unserer weitgehenden Schneesicherheit.
Es liegt nun wirklich nur an uns Arosern, dafür
zu sorgen, dass unsere natürlichen Ressourcen
nicht gierig und übermässig genutzt werden.
Dies wünsche ich unserem lieben Arosa.
Werner Flüeler-Sprecher, Arosa, 16. April 2010 |
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